Miniwälder als Beitrag zur Klimawandelanpassung

Ein kleiner Baum auf einem Feld

Miniwälder: Kleine Flächen mit großer Wirkung

Wie können wir unsere Orte widerstandsfähiger gegen Hitze, Trockenheit und Starkregen machen und gleichzeitig die Biodiversität fördern? Eine spannende Antwort darauf liefern sogenannte Miniwälder.

Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) hat gemeinsam mit Forschungspartnern kürzlich das neue „Miniwald-Handbuch“ veröffentlicht. Es bietet eine umfassende und praxisnahe Anleitung zur Planung, Anlage und Pflege von Miniwäldern und richtet sich an Gemeinden, Vereine, Bildungseinrichtungen sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Miniwälder sind kleinräumige, dicht bepflanzte Waldflächen mit einer Größe von meist 100 bis 500 Quadratmetern. Durch die Kombination verschiedener Baum-, Strauch- und Krautschichten entstehen artenreiche Lebensräume, die zahlreiche ökologische Funktionen erfüllen. Sie spenden Schatten, verbessern das Mikroklima, fördern die Versickerung von Regenwasser, binden Kohlenstoff und schaffen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Die Vorteile solcher Flächen sind vielfältig: Miniwälder spenden Schatten, verbessern das Mikroklima, filtern Feinstaub aus der Luft, speichern Kohlenstoff und fördern die Versickerung von Regenwasser. Gleichzeitig bieten sie wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und zahlreiche weitere Tierarten. Auch die Bodenfruchtbarkeit und die ökologische Vernetzung im Siedlungsraum können dadurch gestärkt werden.
Das Handbuch zeigt jedoch auch, dass Miniwälder nicht an jedem Standort automatisch die beste Lösung sind. Vor einer Umsetzung sollte geprüft werden, welche Pflanzen- und Tierarten bereits auf einer Fläche vorkommen und wie sich diese durch eine Bepflanzung verändern würden. Manchmal kann bereits eine angepasste Bewirtschaftung bestehender Grünflächen einen hohen ökologischen Mehrwert schaffen.

Besonders interessant ist der flexible Ansatz, den die Autorinnen und Autoren verfolgen. Während klassische „Tiny Forests“ nach festen Vorgaben angelegt werden, ermöglicht das Konzept der Miniwälder eine stärkere Anpassung an regionale Standortbedingungen und zukünftige klimatische Entwicklungen. Dadurch können auch trockenheits- und hitzeangepasste Gehölze berücksichtigt werden.

Für die Region Elsbeere Wienerwald sind Miniwälder vor allem deshalb interessant, weil sie mehrere Herausforderungen gleichzeitig adressieren können: Sie fördern die Biodiversität, verbessern das Lokalklima, erhöhen die Aufenthaltsqualität und unterstützen den natürlichen Wasserrückhalt. Damit zählen sie zu den sogenannten naturbasierten Lösungen (Nature-based Solutions), die auch im Horizon-Europe-Projekt RE:ELS eine zentrale Rolle spielen. Gemeinsam mit Maßnahmen wie Hecken, Agroforstsystemen, Feuchtbiotopen oder begrünten Versickerungsflächen können Miniwälder dazu beitragen, die Region widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit und Starkregen zu machen.

Das vollständige Miniwald-Handbuch steht kostenlos zum Download bereit und bietet zahlreiche praktische Tipps für alle, die selbst einen Miniwald anlegen möchten.

15.06.2026