Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in der Region längst spürbar und bringen erhebliche
Herausforderungen mit sich. Umso erfreulicher ist es, dass die Region Elsbeere Wienerwald als eine von 100 Regionen in
ganz Europa für ein Projekt zur Klimawandelanpassung ausgewählt wurde. Im Rahmen des HORIZON Europe Projekts RE:ELS Resiliente Elsbeer-Region
entstehen bis Sommer 2027 eine regionale Klimaanpassungsstrategie mit konkreten Maßnahmenvorschläge sowie
Grundlagen für spätere Umsetzungsprojekte. Dadurch wird sichergestellt, dass die Auswirkungen des
Klimawandels wie Extremwetterereignisse abgeschwächt werden können. Um die größten Stellschrauben
auszumachen, werden die zukünftigen Klimagefahren und die Landschaft der Region zunächst analysiert, bevor
dann gemeinsam mit betroffenen Gruppen an Lösungen gearbeitet wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf
sogenannten naturbasierten Lösungen (Nature-based Solutions), also Maßnahmen, die mit den Kräften der
Natur arbeiten.
Es muss nicht immer Beton sein
Zusätzlich zur grauen Infrastruktur, also den klassischen technischen Einbauten, wie Regenwasserkanälen
oder konstruktive Hochwasserschutzbauten, wird in Zukunft vermehrt auf naturbasierte Lösungen gesetzt. Durch
mehrere kleine, landschaftsintegrierte Maßnahmen an kritischen Punkten kann die bestehende Infrastruktur
entlastet oder sogar eingespart werden. Die Vorteile liegen auf der Hand, denn im Gegensatz zu Stahl und Beton bieten
lebendige Strukturen einen Mehrfachnutzen und haben positive Nebeneffekte im Gepäck: Zusätzlich zur grauen Infrastruktur, also
den klassischen technischen Einbauten, wie
Regenwasserkanälen oder konstruktive Hochwasserschutzanlagen, wird in Zukunft vermehrt auf
naturbasierte
Lösungen gesetzt. Durch mehrere kleine, landschaftsintegrierte
Maßnahmen an kritischen Punkten kann die bestehende Infrastruktur entlastet oder sogar eingespart
werden. Die Vorteile
liegen auf der Hand, denn im Gegensatz zu Stahl und Beton bieten lebendige
Strukturen einen Mehrfachnutzen und haben positive Nebeneffekte im Gepäck:
Teiche, Tümpel und naturnahe Kleinrückhaltebecken leisten einen
wichtigen Beitrag zum Wassermanagement und zum dezentralen Hochwasserschutz. Sie speichern Wasser in der
Landschaft, fördern die Grundwasserneubildung und machen die Region widerstandsfähiger gegenüber
Trockenperioden und Starkregen. Gleichzeitig kühlen sie die Umgebung und bieten spezialisierten Tieren und
Pflanzen wie dem Bergmolch und dem Blutweiderich Lebensraum.
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Kleingewässer als Lebensraum
Teiche und
Tümpel halten Wasser in der Landschaft zurück, fördern die Grundwasserneubildung und helfen
dabei, Abflussspitzen bei Starkregen zu reduzieren.
Gleichzeitig wirken sie ausgleichend auf das Mikroklima, schaffen wichtige
Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und erhöhen die Resilienz der Landschaft
gegenüber Trockenheit. Besonders in Kombination mit Gräben, Keylines und Hecken können sie
zu wahren Wunderwaffen für Wasserrückhalt, Erosionsschutz und Klimawandelanpassung werden.
Bei Waldbränden, die in Zukunft zunehmen werden, können sie zudem als wichtige Quellen für
Löschwasser fungieren.
Naturnahe
Kleinrückhaltebecken leisten einen wichtigen Beitrag zum dezentralen Hochwasserschutz und zur
Klimawandelanpassung. Besonders in Hanglagen und engen Tälern helfen sie dabei, Wasser, Geschiebe und
Erosionsmaterial bei Starkregen zurückzuhalten und Abflussspitzen deutlich zu reduzieren. Im
Gegensatz zu großen technischen Bauwerken greifen mehrere kleine Rückhaltebecken oft schonender
in die Landschaft ein und können gleichzeitig Biodiversität, Bodenstabilität und den
Wasserhaushalt positiv beeinflussen. In Kombination mit Hecken, Gräben und weiteren naturbasierten
Lösungen entstehen widerstandsfähige Landschaften, die Infrastruktur, Siedlungen und wertvolle
Naturräume besser vor Überflutungen schützen.
Mehr Infos zur erfolgreichen Umsetzung der Buckeligen Welt: https://www.klimafit-noe.at/bp-bucklige-welt-retentionsbecken/
Feuchtgebiete und
Kleingewässer zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Landschaft und leisten
einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität. Sie bieten spezialisierten Tier- und Pflanzenarten
wertvolle Rückzugs-, Brut- und Nahrungsräume.
Arten wie der Bergmolch oder der Rohrschwirl sind auf strukturreiche Feuchtlebensräume angewiesen.
Sumpfpflanzen wie der auf dem Foto abgebildete Blutweiderich spielen zudem als wichtige Nektarpflanzen im
Sommer eine bedeutende Rolle für Schmetterlinge, Wildbienen und andere Bestäuber.
Auch in Siedlungs- und Verkehrsflächen sind naturbasierte Lösungen von Vorteil: Bäume,
Staudenbeete und unversiegelte Oberflächen schützen vor Hitze und tragen
gleichzeitig zur Verbesserung des Wasserhaushalts und der Aufenthaltsqualität bei. Sie speichern Wasser,
fördern die Versickerung und kühlen durch Verdunstung ihre Umgebung, wodurch die Auswirkungen von
Starkregen, sommerlicher Überhitzung und versiegelungsbedingter Belastungen deutlich reduziert werden
können. Gleichzeitig schaffen begrünte Flächen wertvolle Lebensräume für Tiere und
Pflanzen und leisten einen wichtigen Beitrag zu Lebensqualität und resilienten Ortsstrukturen.
Sickermulden speichern
Regenwasser und helfen dabei, Kanalisation und Gewässer bei Starkregen zu entlasten. Durch die
Versickerung wird Grundwasser neu gebildet und die Umgebung an heißen Tagen gekühlt.
Begrünte Mulden lockern
Orts- und Verkehrsflächen auf, bringen mehr Grün in den Siedlungsraum und werden je nach
Gestaltung auch gerne zum Spielen und Verweilen genutzt.
Gleichzeitig schaffen sie
Lebensräume für spezialisierte Tiere und Pflanzen, da Sickermulden wie natürliche
Temporärgewässer oder Überschwemmungszonen wirken können.
Begrünungen
sind für Siedlungs-, Verkehrs- und Gewerbeflächen essenziell. Besonders wertvoll sind
abwechslungsreiche, naturnahe Freiräume mit Kombinationen aus Staudenbeeten, Bäumen und
Sträuchern, Kletterpflanzen sowie versickerungsfähigen Belägen.
Wichtig sind hierbei auch Sitzmöglichkeiten, die zum Verweilen einladen, denn so entstehen
attraktive Naherholungsflächen, die sich positiv auf das Stadtklima auswirken.
Hier finden Sie Best-Practice-Beispiele aus
Niederösterreich
Bei Begrünungen sollte
möglichst auf heimische, standortangepasste Pflanzenarten gesetzt werden. Trocken- und
Hitzekünstler der ostösterreichischen Trockenrasen wie Federgras, Berg-Aster oder
Vielfärbiger Wolfsmilch kommen mit sommerlicher Hitze und Trockenheit gut zurecht und benötigen
deutlich weniger Pflege und Bewässerung. Gleichzeitig sind sie für unsere Insektenwelt besonders
wertvoll, da sich viele heimische Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber über
Jahrmillionen gemeinsam mit diesen Pflanzen entwickelt haben. Wer Beete zusätzlich mit
nicht-heimischen Arten gestalten möchte, sollte keine invasiven Pflanzen verwenden, die heimische
Arten verdrängen und ökologische Schäden verursachen können.
Hier finden Sie mehr Infos zum Umgang mit invasiven
Pflanzenarten
Hecken und
extensiv gepflegte Raine, Wiesen
und Wegränder bremsen den Wasserabfluss, schützen vor
Erosion und fördern Bestäuber und Niederwild in der Kulturlandschaft. Gleichzeitig wirken sie
als natürliche Windbremsen, verbessern die Wasserspeicherung im Boden und vernetzen wertvolle
Lebensräume miteinander. Früher waren sie allgegenwertig, heute sind diese traditionellen
Kulturlandschaftselemente selten geworden. Hecken, Bäume und blühende Raine tragen dazu bei, die
Region resilienter zu machen.
Ziel 2030 für die Gemeinden
Neben den zahlreichen positiven Effekte für die Natur, die Menschen, die Landwirtschaft und die Betriebe in der
Region haben Klimawandelanpassungsmaßnahmen mit naturbasierten Lösungen zusätzlich einen weiteren
Vorteil für die Gemeinden: Im Rahmen der Klimaziele 2030 für niederösterreichische Gemeinden sollen
gemeindeeigene Flächen klimaresilient und biodiversitätsfördernd umgestaltet werden. Der Fortschritt
bei der Klimawandelanpassung ist öffentlich einsehbar: Klima-Ziel
Klimaanpassung. Dadurch können Gemeinden ihre Vorreiterrolle im Bereich Klimawandelanpassung und
Biodiversitätsförderung sichtbar machen und ihr Engagement transparent nach außen kommunizieren.
Gemeinsam zur resilienten Region
Haben Sie Interesse am Projekt mitzuwirken oder naturbasierte Lösungen auf Ihren Flächen anzuwenden? Dann
melden Sie sich bei Projektmanager DI Michael Binder unter klimafit@elsbeere-wienerwald.at oder 0043 664 8258103.
This project has received funding from the European Union’s Horizon Europe
research and innovation programme Pathways2Resilience under grant agreement No 101093942. The European Commission is
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